Am Samstag, den 28. März zeigen wir gemeinsam mit Seebrücke Bochum den Dokumentarfilm „The Sharp Edge of Peace“ (Original mit englischen Untertiteln) der afghanischen Regisseurin Roya Sadat. Anschließend findet ein Filmgespräch (auf Englisch) statt. Der Film begleitet vier mutige afghanische Frauen, die 2020 bei den Friedensverhandlungen mit den Taliban mit am Verhandlungstisch saßen – und trotz massiver Widerstände versuchten, Frauenrechte auch nach dem Abzug der internationalen Truppen zu verteidigen. Ihre Stimmen machen sichtbar, was in offiziellen Abkommen oft unsichtbar blieb: der Preis, den Frauen für geopolitische Deals zahlen sollten.
Aus feministischer und menschenrechtlicher Perspektive wurden die Verhandlungen – insbesondere das Doha-Abkommen – scharf kritisiert. Afghanische Frauen waren von den entscheidenden Gesprächen weitgehend ausgeschlossen, internationale Standards für inklusive Friedensprozesse (u. a. UN-Resolution 1325) wurden missachtet. Frauen- und Mädchenrechte galten als verhandelbar, während der schnelle Truppenabzug Priorität hatte. Die direkte Legitimierung der Taliban ohne verbindliche Zusagen zum Schutz von Frauenrechten nährte früh die Angst vor einem Rollback – einem Rückfall in Zeiten systematischer Unterdrückung.
Diese Befürchtungen haben sich nach der Machtübernahme der Taliban im August 2021 tragisch bestätigt: Frauen wurden nahezu vollständig aus Bildung, Arbeit und öffentlichem Leben verbannt. UN-Expert*innen sprechen von „Gender-Apartheid“. Die Verhandlungen von 2020 gelten heute vielen als Prozess, der den Boden für diese systematische Unterdrückung bereitete.
„The Sharp Edge of Peace“ ist ein eindringlicher Film über Mut, Widerstand und die Konsequenzen politischer Entscheidungen. Er fordert uns auf, hinzusehen – und die Stimmen derer ernst zu nehmen, die zu oft übergangen werden.
Trailer:
Eine Veranstaltung von Seebrücke Bochum & Amnesty International Bochum
