Briefe gegen das Vergessen: Matsumoto Kenji

Matsumoto Kenji sitzt seit mehr als 30 Jahren in Japan im Todestrakt – trotz einer geistigen Behinderung. Er wurde 1993 zum Tode verurteilt, nachdem er für schuldig befunden worden war, gemeinsam mit seinem Bruder zwei Raubüberfälle und Morde verübt zu haben. Seit einigen Jahren setzen wir uns in Bochum für Matsumoto Kenji im Rahmen unserer Einzelfallarbeit ein, um seine Hinrichtung zu stoppen und die Todesstrafe in Japan abzuschaffen.

Aktuell macht Amnesty International im Rahmen der Briefe gegen das Vergessen auf sein Schicksal aufmerksam. Setz dich online oder mit einem Brief für Matsumoto Kenji ein!

Amnesty International wendet sich in allen Fällen vorbehaltlos gegen die Todesstrafe – ohne Ausnahme und unabhängig von der Art oder den Umständen des Verbrechens, der Schuld oder möglichen Unschuld, unabhängig von der Frage, was der Täter oder die Täterin für ein Mensch ist oder welche Hinrichtungsmethode ein Staat anwendet.

Brief gegen das Vergessen

Matsumoto Kenji sitzt seit mehr als 30 Jahren im Todestrakt. Er wurde am 17. September 1993 zum Tode verurteilt, nachdem er für schuldig befunden worden war, 1990 und 1991 gemeinsam mit seinem Bruder zwei Raubüberfälle und Morde verübt zu haben. Sein Rechtsbeistand gab damals an, Matsumoto Kenji sei unter Druck gesetzt worden, ein Geständnis abzulegen. Sein Bruder Matsumoto Hiroshi nahm sich kurz nach der Festnahme das Leben. Das Gericht erkannte zwar an, dass Matsumoto Kenji in einer abhängigen Beziehung zu seinem Bruder stand und sich nicht gegen diesen behaupten konnte, entschied aber dennoch, dass er schuldfähig sei und verurteilte ihn zum Tode. Matsumoto Kenji ist seit seiner Kindheit geistig behindert. Er sitzt inzwischen im Rollstuhl und leidet unter Wahnvorstellungen – vermutlich eine Folge der langjährigen Isolationshaft. Seit mehreren Jahren ist er aufgrund seines psychischen Zustands nicht in der Lage, relevante Informationen zu verstehen und zu kommunizieren. Er kann die Tragweite der gegen ihn verhängten Strafe – nämlich der Todesstrafe – nicht verstehen. Internationale Menschenrechtsstandards verbieten die Verhängung der Todesstrafe gegen Menschen mit mentalen und intellektuellen Beeinträchtigungen, die sich selbst nicht auf der gleichen Basis wie andere verteidigen können.

Bitte schreiben Sie bis zum 31. März 2026 höflich formulierte Briefe an den japanischen Justizminister und bitten Sie ihn, die geplante Hinrichtung von Matsumoto Kenji zu stoppen und sämtliche Todesurteile in Japan in Haftstrafen umzuwandeln. Fordern Sie als ersten Schritt hin zur Abschaffung der Todesstrafe ein offizielles Hinrichtungsmoratorium. Außerdem müssen die Haftbedingungen von zum Tode Verurteilten verbessert werden, dazu gehört auch die Abschaffung der Isolationshaft.